Viren sind allgemein für uns Menschen schwieriger als Bakterien zu bekämpfen, da sie sich relativ schnell weiterentwickeln, auf äußere Einflüsse reagieren können und nicht auf Antibiotika ansprechen.  

Coronaviren sind vergleichsweise große runde Viren, die unter dem Elektronenmikroskop betrachtet an die Form einer Krone erinnern. Sie sind schon lange bekannt und gelten in den meisten Fällen als Auslöser von Atemwegsinfekten. 

Durch die gute Anpassungsfähigkeit von Virenstämmen können sie sich tarnen, das körpereigene Immunsystem erkennt sie nicht immer direkt. Als Maßnahmen gegen Viren können Impfseren entwickelt werden, sie benötigen jedoch eine lange Herstellungsdauer. Bis diese dann „marktreif“ sind, kann sich der Virenstamm schon weiterentwickelt haben. Dadurch ist das Impfserum unbrauchbar bzw. nur bedingt wirksam für den weiterentwickelten Virenstamm.

Dies zeigt sich jedes Jahr an den Zahlen von Grippeinfektionen bei Menschen MIT Grippeschutzimpfung. Menschen können an Grippe erkranken trotz einer wirksamen Impfung, da das Serum nur für einen bestimmen Virenstamm wirksam ist. In den jüngsten Fällen hat das Coronavirus scheinbar eine aggressive Form entwickelt und sorgt daher für Aufsehen.

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Um nun nicht in Hysterie zu verfallen, sollten wir uns die Frage stellen: Warum erkranken einige Menschen an Viren oder auch Bakterien und andere wiederum nicht? Der Kontakt mit Viren und Bakterien heißt noch lange nicht auch daran zu erkranken, vorausgesetzt das Immunsystem spielt mit.

Was heißt Immunsystem eigentlich? 

Das Adjektiv „immun“ ist entlehnt von dem lateinischen Begriff immūnis, das übersetzt bedeutet „frei, unberührt von, bzw. rein“ bedeutet. Im gesundheitlichen Kontext ist es die „Unempfindlichkeit gegenüber Krankheitserregern“.

Wovon hängt ein gut funktionierendes Immunsystem ab?

Die Antwort auf die Frage ist ein perfektes Zusammenspiel der unten aufgeführten Organe. Damit jedes einzelne Organ für sich gut funktioniert, müssen diese Dinge gewährleistet sein. Häufiger erkranken Menschen, die bereits ein geschwächtes Immunsystem haben. Meistens ältere, oder Menschen mit Vorerkrankung. Ein Trugschluss ist, dass allein das Alter dafür verantwortlich ist. Nicht das Alter ist entscheidend, sondern inwieweit der Körper mit Vorerkrankungen belastet ist.

Das Immunsystem ist ein sehr komplexes System, das aus vielen kleinen bzw. großen Untersystemen gebildet wird. Ein großes System ist beispielsweise das lymphatische System. Die Lymphe ist eine blutplasmaähnliche Substanz, die den gesamten Körper über die Lymphbahnen durchzieht. Das Lymphnetz kann man wie ein Straßennetz verstehen, auf dem Abwehrzellen zu ihrem Einsatzort transportiert werden. 

Der Körper produziert 2 Liter Lymphe am Tag. 

Die Lymphknoten befinden sich an strategisch wichtigen Stellen und dienen als Filterstationen. Zusätzlich gibt es auch „lymphatische Organe“ die ebenfalls alle spezifische Immunaufgaben im Körper erledigen.

Welche Organe gehören zum Immunsystem? 

Zum Immunsystem gehört die Milz. Sie baut beispielsweise überalterte Blutplättchen ab. Die Milz liegt direkt neben dem Magen und ist geschützt von den linken Rippen. Sie wird durch eine regelmäßige und tiefe Atmung durch das Zwerchfell stimuliert. Also öfter mal tief Durchatmen!

Der Thymus ist eine kleine, aber dennoch wichtige Drüse, die direkt mit dem Herzbeutel verbunden ist und hinter dem Brustbein angesiedelt ist. Allein die direkte Nähe zum Herz lässt schon erahnen, wie wichtig diese Drüse ist. Im Erwachsenenalter kann diese Drüse verkümmern und dadurch ihre eigentlichen Funktion nach und nach verlieren. 

Durch die unmittelbare Nähe zum Herz lässt dies die Vermutung aufkommen, dass ein gesundes Herz auch dem Thymus dienlich ist. Regelmäßige Bewegung ist auch hier der Schlüssel.

Jenny Hill Unsplash Jenny Hill (Unsplash)

Der lymphatische Rachenring bestehend aus Rachen-, Gaumen- und Zungenmandeln, dient der Immunabwehr am Beginn des Luft und Speiseweges. Für eine aktive Unterstützung des Rachenrings eignet sich Thymian-Tee hervorragend. Thymian-Tee wirkt antibakteriell und reizt im Gegensatz zu Ingwertee nicht die Stimmbänder. Perfekt für Menschen, die auf ihre Stimme angewiesen sind.

Das Lymphgewebe des Darms macht einen bedeutend großen Teil des Immunsystems aus. Über die Hälfte der immunologischen Vorgänge finden im Darm statt.

Daher ist es sinnvoll sich mit der eigenen Ernährung etwas genauer auseinanderzusetzen. Denn alles was wir essen tangiert früher oder später den Darm und stärkt oder schadet ihm.

Bei all den Ratgebern zu Ernährung verliert man schnell den Überblick, was wirklich gesund ist. Eine einfache Faustformel beim Einkauf von Nahrungsmitteln hilft hier: 

Alles was industriell verarbeitet ist beinhaltet Konservierungsmittel und Stabilisatoren, die zwar dafür sorgen, dass die Nahrung haltbar ist und toll aussieht, aber nicht für den Darm gesund ist, da sie seine normale Funktion negativ beeinflussen. Es lohnt sich in jedem Falle einen kurzen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen.

Für die Entlastung des Darmes ist nützlich einen Fastenabend in der Woche einzulegen. Dies lässt sich durch den Verzicht auf eine Abendmahlzeit pro Woche schon leicht umsetzen. 

Wussten Sie, dass ein Großteil der zur Verfügung stehenden Energie für die Verdauung verwendet wird! 

Durch das „kleine Fasten“ hat der Körper mehr Energie zur Verfügung, die er für die Entgiftung einsetzen kann. Auch der Schlaf wird dadurch verbessert, weil der Körper in der Erholungsphase nicht mit Verdauung beschäftigt ist. Ein regelmäßiges Fasten erhöht damit langfristig die Leistungsfähigkeit.

 

Chronische oder rezidivierende Infekte gehen meist mit einer geschwächten körpereigenen Abwehr einher. Aus osteopathischer Sicht kann es sinnvoll sein, die Teile im Körper zu behandeln, die mit dem lymphatischen System in Verbindung stehen.